Digital ist tot! Es lebe digital!

3 Flares Twitter 0 Google+ 0 Facebook 3 Pin It Share 0 LinkedIn 0 3 Flares ×

Post-digital: Wie tot ist digitales Marketing?

In den letzten paar Monaten wurden die Stimmen, die den Tod des digitalen Marketings ausriefen, immer lauter. Unter anderem proklamierte letzte Woche The Guardian, dass „Digital“ nicht länger als separate Disziplin behandelt werden sollte und kolportierte den bereits 2012 von Forbes geprägten Begriff des „post-digitalen“ Marketings: „Digital“, das nun seit über zwei Jahrzehnten als eigene Marketing-Disziplin verstanden wurde, gebe es in dieser althergebrachten Form nicht mehr. Viel eher sei das Digitale mittlerweile zum ersten „Meta-Medium“ geworden – also derart allgegenwärtig und eingebettet in alles, was wir marketingtechnisch anpacken, dass es keinen Sinn mehr mache, es als etwas Separates oder Abgespaltenes anzusehen.

1

Bildquelle: Econsultancy, Ashley Friedlein: The many „deaths“ of digital Marketing, https://econsultancy.com/blog/64518-the-many-deaths-of-digital-marketing#i.77zz291btcecoz

 

Soweit, so gut. Konzeptionell und strategisch gesehen, mag dieser Ansatz seine Berechtigung haben. Die Realität im Arbeitsalltag sieht jedoch noch immer anders aus: Wenige Unternehmen sind derzeit an dem Punkt, wo ihr Digitales Marketing oder E-Commerce genügend leistungsfähig wäre, um, integriert in alle anderen Bereiche der Kommunikation, „business as usual“ zu sein. Die im September 2013 vom unabhängigen Recherche- und Beratungsunternehmen Econsultancy veröffentlichte Studie „Digital Marketing: Organizational Structures and Resourcing Best Practice Guide“ macht deutlich, dass die meisten Firmen nach wie vor dedizierte Digital Teams mit Digital-Spezialisten beschäftigen, um im digitalen Bereich genügend effizient und beweglich zu sein.

 

Der ebenfalls von Econsultancy in Zusammenarbeit mit Responsys publizierte Marketing Budgets Report 2014, in dem über 600 darüber Auskunft geben, wofür sie 2014 ihre Budgets einplanen, unterstreicht dieses Ergebnis (siehe Graphik):

 

Im digitalen Marketing erfährt das Content Marketing mit 74% den grössten geplanten Investitionszuwachs. Doch bereits an zweiter Stelle stehen die Suchmaschinenoptimierung und das Mobile Marketing – für beide Bereiche planen 63% der Unternehmen für 2014 mehr Budget als für das Vorjahr ein. Von einem bevorstehenden Tod keine Spur. Wenn ein Trend auszumachen ist, dann der, dass das Geld künftig eher in die digitalen Basics fliesst als in die ausgefallenen digitalen Innovationen.

 

Man kann also den Untergang des umfassenden Begriffs „digital“ auf Grund von dessen Integration in die anderen Kommunikationskanäle zwar durchaus andenken, aber noch sind wir im Alltag weit davon entfernt. Und selbst wenn es eines Tages dazu kommen sollte, werden die Unternehmen wohl nach wie vor auf Digital-Spezialisten und die reinen Digital-Marketing-Disziplinen angewiesen sein.

 

Digital ist tot! Es lebe digital!

3 Flares Twitter 0 Google+ 0 Facebook 3 Pin It Share 0 LinkedIn 0 3 Flares ×

Kommentare sind geschlossen.