Ikea vs. Ikeahackers

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Ikeahackers.net hat Ärger mit dem schwedischen Möbelkonzern. Dem tollen Blog, der sich in einer Zeit des schnellen Konsums in den Dienst der Kreativität stellt und damit Viele inspiriert, wird jetzt der Geldhahn zugedreht.

Ikeahackers.net

Ikeahackers.net

 

Seit 2008 zeigt die Webseite Ikeahackers.net, wie aus Ikea-Produkten durch kreative Ideen neue Möbelstücke, Gebrauchsgegenstände oder sogar Kunstwerke entstehen. So wird zum Beispiel aus dem „Expedit“-Regal ein Puppenhaus oder aus dem „Lack“-Beistelltisch ein Hundeschlafplatz. Bis heute hat die Bloggerin Jules Yap bereits über 4000 solcher „Ikeahacks“ online gestellt und eine immer grösser werdende Gemeinde an Fans und Mit-Bastlern damit erreicht.

 

Der Blog ist so beliebt, dass Yap sogar Werbeanzeigen auf ihrer Seite schalten konnte. Dagegen hat IKEA nun rechtliche Schritte eingeleitet: Weil der Möbelriese seine Markenrechte in Gefahr sieht und unterbinden möchte, dass die malaysische Bloggerin indirekt mit dem Firmennamen Geld verdient, liess der Konzern der  eine Unterlassungsklage zukommen. Der Blog sei rufschädigend, heisst es in der Abmahnung.

 

Jules Yap blieb in den Verhandlungen nichts anderes übrig, als der Forderung des Konzerns, die Domain nicht mehr kommerziell zu nutzen, nachzugegeben – sie verfüge «schlicht nicht über die Mittel, einem Giganten der Möbelbranche die Stirn zu bieten».
In den sozialen Medien stiess die enge Sichtweise von Ikea auf grosses Unverständnis: Yaps Fans sind verärgert und solidarisieren sich mit der Blog-Betreiberin. Sie fragen sich wohl zu recht, warum Ikea nicht verstanden hat, was für eine grossartige Chance es gewesen wäre, sich diese Seite als Partner ins Boot zu holen, zumal Ikeahackers.net eine Verbeugung vor dem schwedischen Möbelriesen ist, die über die Jahre beim Grosskonzern vermutlich eher für mehr als für weniger Umsatz gesorgt hat. PR-technisch muss man die Angelegenheit bzw. das Vorgehen des Möbelhauses auf jeden Fall als Griff ins Klo bezeichnen.

 

Yap aber will weitermachen. Derzeit sucht sie nach einem neuen Domainnamen für ihre Seite.

 

Ziemlich stylo: Sowohl die Bücherregale an der Wand als auch die Lampen an der Decke bestehen aus einfachen Ikea-Plastikboxen - eigentlich zur Aufbewahrung von Kinderspielzeug gedacht.  © www.ikeahackers.net

Ziemlich stylo: Sowohl die Bücherregale an der Wand als auch die Lampen an der Decke bestehen aus einfachen Ikea-Plastikboxen – eigentlich zur Aufbewahrung von Kinderspielzeug gedacht.
© www.ikeahackers.net

 

Was Hundehalter können, können Katzenbesitzer natürlich schon lange  © www.ikeahackers.net

Was Hundehalter können, können Katzenbesitzer natürlich schon lange
© www.ikeahackers.net

 

Gab es jemals einen dezenteren Pisspott? Heruntergeklappt ist es einfach nur ein Stuhl vom Typ "Stefan". Klappt man die zusätzliche Sitzfläche nach oben, offenbart sich die Zusatzfunktion.  © www.ikeahackers.net

Gab es jemals einen dezenteren Pisspott? Heruntergeklappt ist es einfach nur ein Stuhl vom Typ „Stefan“. Klappt man die zusätzliche Sitzfläche nach oben, offenbart sich die Zusatzfunktion.
© www.ikeahackers.net

 

Noch mehr inspirierende und kuriose Ikeahacks hat Stern online hier zusammengestellt.

 

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